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13. Dezember 2010 / sehnsucht2010

Was ist Sehnsucht?

Alle Jahre wieder, wenn sich die Schaufenster der Geschäfte mit Weihnachtsutensilien füllen, Strohsterne an die Fenster der Haushalte geklebt werden und der süße Duft von frisch gebackenen Plätzchen durch die Straßen zieht und sogar die beschäftigsten Topmanager daran erinnert, dass der 24. Dezember vor der Tür steht, kommen die allgemein bekannten Lieder und Texte wieder hervor. Kinder stehen singend auf Weihnachtsmärkten und sammeln für Menschen, denen es nicht so gut geht wie uns. Von Barmherzigkeit ist da die Rede, der Grundsatz unseres christlichen Glaubens. Und dann ist auch immer wieder die Rede von „Sehnsucht“.

Aber was hat Sehnsucht mit Weihnachten zu tun? Und was ist Sehnsucht überhaupt?

Stellen wir Wikipedia, unser aller Freund und Helfer, diese Frage, erhalten wir folgende Antwort:

 

Sehnsucht (mhd. „sensuht“, als „krankheit des schmerzlichen verlangens“) ist ein inniges Verlangen nach einer Person oder Sache, die man liebt oder begehrt. Sie ist mit dem schmerzhaften Gefühl verbunden, den Gegenstand der Sehnsucht nicht erreichen zu können.“

(Quelle: Wikipedia)

 

Man könnte also auch anstatt „ich habe Sehnsucht nach jemandem  /etwas“ sagen „ich vermisse jemanden/etwas“ oder „mir fehlt jemand /etwas“.

Warum ist das Gefühl des Verlangens nun aber mit einem Schmerzgefühl verbunden?

Wir müssen klarstellen, dass Sehnsucht an sich kein schlechtes, sondern ein lebensnotwendiges Gefühl ist.

Sehnsucht ist ein Trieb zur Erfüllung unserer Grundbedürfnisse, genau wie Hunger oder Durst. Diese Bedürfnisse sichern unsere Existenz. Daher ist Sehnsucht, genau wie starker Hunger mit einem Schmerzgefühl verbunden.

Es gibt jedoch einen Unterschied: Sehnsucht basiert nicht auf physischen, sondern auf psychischen Bedürfnissen.

Ein psychisches Bedürfnis ist beispielsweise das Bedürfnis nach Liebe.

Mit Liebe ist hierbei nicht (nur) Liebe auf sexueller Basis gemeint, sondern Liebe, die wir zu unseren Freunden und Familienangehörigen verspüren. Ohne diese Liebe, die wir durch Zuwendung und Körperkontakt empfangen, würden wir vereinsamen und sterben. Sehnsucht ist also der Hunger nach zwischenmenschlichen Kontakten.

Sehnsucht deckt aber auch andere Bereiche ab. Man kann beispielsweise auch Sehnsucht nach einem Hobby wie Sport, Musik oder Kunst haben, das einen Ausgleich zum stressigen Alltag darstellt.

Sehnsucht muss nicht immer ein Gefühl sein, das als schlecht empfunden wird.

Einerseits kann Sehnsucht durchaus mit Vorfreude einhergehen.

Dieser Fall tritt ein, wenn eine absehbare Zeit zur Erfüllung der Sehnsucht übrig ist. Auf dem Heimflug von einem halbjährigen Auslandsaufenthalt wird man nicht zehn Stunden in seinem Sitz vor sich hinvegetieren, sondern aufgeregt die Ankunft am Flughafen und das Wiedersehen seiner Mitmenschen erwarten.

Andererseits kann sich das Gefühl der Sehnsucht sehr angenehm anfühlen, wenn man es lange nicht (in einem bestimmten Zusammenhang) verspürt hat. Es kann

eine erfüllende Bestätigung dafür sein, dass Liebe echt ist, wenn man aufgrund einer Pause in der Beziehung keinen Kontakt zu seinem Partner hat.

Die Fähigkeit Sehnsucht zu empfinden kann ein Beweis für uns sein, dass wir menschlich sind.

 

Was hat aber nun Sehnsucht mit Weihnachten zu tun?

Natürlich freuen wir uns jeden Morgen, wenn wir ein Türchen unseres Weihnachtskalenders öffnen und der Tag der Bescherung ein wenig näher rückt. Aber um wirklich zu verstehen, was Weihnachten mit Sehnsucht zu tun hat, müssen wir uns 2 000 Jahre in die Zeit Jesu zurückversetzen.

Damals hatten die Römer ihr Reich bis zum heutigen Israel ausgebreitet und dort die Herrschaft übernommen. Die Juden fürchteten, dass ihre Religion dadurch gefährdet würde. Es waren unruhige Zeiten, in denen sich viele religiöse Gruppen bildeten, die unterschiedliche Einstellungen hatten und mehr oder weniger radikal waren. Die Menschen sehnten sich nach Ruhe und Frieden. In der Weihnachtszeit erinnern wir uns an diese sorgenvolle Zeit zurück und feiern am 24. Dezember die Geburt unseres Retters, der den Menschen neue Hoffnung gab.

 

von Mirka (Jgst. 12)

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  1. Tania / Dez 13 2010 3:45 pm

    Ein echt toller Text.
    Mirka hat wirklich den Punkt getroffen.

  2. Sebastian / Dez 14 2010 10:06 am

    Aber wo ist nun die Sehnsucht in Weihnachten. Der Punkt ist mir nicht deutlich geworden.
    Soll Jesus unsere Sehnsucht nach Frieden in der Welt erfüllen?
    Aber dann ist das Weihnachtsereignis auch nur die Erfüllung unserer Sehnsucht im Vorwissen auf Ostern. Ohne Ostern ist Weihnachten nur der Geburtstag von Baby Jesus.

    Sebastain

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