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20. Dezember 2010 / sehnsucht2010

Die Sehnsucht

Es gibt eine Sehnsucht nach Irgendwo. Es gibt ein heißes Sehnen, ein tiefes Verlangen, das sich in der tiefsten Tiefe der menschlichen Brust befindet: im Herzen. Dort äußert es sich dann und wann.

Diese Sehnsucht ist jenseits von Worten, ist jenseits von Taten. Sie ist das höchste Gefühl einer empfindenden Seele. Selbst in Momenten tiefster Verzweiflung kann es geschehen, dass eine innere Ruhe eintritt. Für den klar umrissenen Moment gibt es dann ein ungeheures Gefühl der Stärke, des Trostes. Es ist, als ob die Sehnsucht für einen Moment gestillt würde, auf den Körper, auf den ganzen Geist übergreift und inmitten des Chaos eine Oase der Ruhe, der Zufriedenheit einkehrt. Der Frieden kehrt ein und vertreibt die Sorgen, vertreibt die Unrast.

Sehr oft geschieht es auch in normalen Situationen. Es genügt ein Sonnenuntergang, ein Blick von des Berges Höhe, ein Spaziergang in der freien Natur, die rauschende Stille des abendlichen Meeres. Diese Episoden werden mit einem Mal aus dem gleichförmigen Kontext des Alltags herausgehoben und gefühlsmäßig enorm aufgeladen. Es findet eine Transformierung statt, bei der dann dieses innere Gefühl auf die äußere Situation zurückkehrt und einwirkt.

Es findet also eine innere Berührung statt. Diese Berührung kann wie ein Schock wirken und die betreffende Person wachrütteln. Meist jedoch wirkt diese innere Berührung seelentröstend und bettet das Bewusstsein desjenigen Menschen ein in ein übergeordnetes Ganzes. Das Bewusstsein fühlt sich dann endlich geborgen, fühlt sich sicher und befindet sich in einem harmonischen Grundgefühl und weiß dann, dass es ein Teil eines übergeordneten Ganzen ist.

Leider dauern diese Momente immer nur sehr kurz an. Die Welt fordert ihren Tribut und dringt mit aller Urgewalt in das Bewusstsein desjenigen ein. Und doch bleiben diese berührenden Gefühle, die das Äußere mit dem Inneren verbinden, als Oasen der Zufriedenheit zurück. Niemand kann sie einem nehmen. In diesen Momenten weiß man, dass die Sehnsucht real ist und ein Ziel hat. Man kann es jedoch noch nicht artikulieren. In den weiteren Lebensepochen sollte man dieses Gefühl nicht aus den Augen verlieren. Die Gefahr besteht, dass es im allgemeinen Welttrubel untergeht.

– Michael N. –

 

 

von Anna (Jgst. 12), Jasmin (Jgst. 12) und Karoline (Jgst. 12)

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